Warum Couchsurfen mehr als nur eine kostenlose Unterkunft ist 


Bisher bin ich in Israel, Bulgarien und nun auch Slowenien bei Couchsurfern untergekommen.

Ganz ehrlich – bei einer Reise ist es immer praktisch, wenn man umsonst unterkommt und für eine Übernachtung nicht hinblättern muss. Doch beim Eintreffen bei den Hosts merkt man dann doch: Couchsurfen ist viel mehr.

Wie leben Einheimische ? 

Es gibt keine bessere Gelegenheit, als ein typisches Wohnzimmer im Reiseland kennenzulernen. Es sind die kleinen Dinge, die man sonst nie erfahren würde. Die Gewürze in der Küche, ein normaler Tagesablauf, der Ausblick vom Balkon…
Wo gibt es das beste Eis? 

Einheimische zeigen einem die Spots, die man selber nie finden würden. Im Reiseführer steht nichts von dem kleinen Imbiss mit dem besten Hummus, der versteckten Eisdiele oder dem besten Kaffee – abseits des touristischen Geschehens. 

Gerade in kleineren Städten kann es ziemlich praktisch sein auf solche Empfehlungen zurück zu greifen. 

Es lohnt sich auch abseits der großen Städte und auch fern der eigentlich geplanten Route nach Hosts zu suchen. 100-Referenzen-Party-Hosts in Hauptstädten können natürlich auch super sein, doch meine Erfahrungen haben gezeigt, dass „unscheinbare“ Nutzer eine sehr, sehr gute Zeit versprechen können! 


Wie ticken andere Kulturen? 

Couchsurfen eignet sich wunderbar, um lange Gespräche über – alles – zu führen. Von Politik über Reisen bis hin zur Lieblingsserie merkt man, wie unterschiedlich Menschen in einem anderen Land leben. Oder auch wie ähnlich.  

Es müssen aber auch nicht immer die tiefsinnigsten Gespräche werden. In Slowenien durfte ich durch die Hochzeitsphotos blättern, in Sofia habe ich mit der kleinen Tochter Playmobil gespielt.


Insgesamt lässt sich sagen: Gerade bei einer Backpacking-Tour ist Couchsurfen das beste überhaupt! Braucht man zwei Wochen Strand-Essen-Schlafen, ist das natürlich etwas anderes. Es gibt keinen besseren Weg, als ein Land besser zu verstehen, kennenzulernen und zu entdecken als durch eine Nacht im fremden Wohnzimmer. 
 

Identität: Malaika, was ist für dich Heimat ?

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Vater Kongo, Mutter Frankreich, Wohnort: schon immer Deutschland. Was antwortet man da auf die Frage: Was ist Heimat? Solch eine Frage lässt sich vermutlich nicht in einem Wort beantworten. Ist Heimat nicht schließlich viel mehr mehr als ein Land, eine Stadt …

Gibt es überhaupt noch eindeutig von einander abgrenzbare kulturelle Identitäten oder kann man sich tatsächlich nur auf eine „Kultur“ festlegen?

Malaika macht zurzeit eine Ausbildung zur Hebamme und lebt im schönen Marburg, kommt ursprünglich aus Mainz. Im Rahmen eines Studienprojekts habe ich mit ihr über kulturelle Identität gesprochen.

Was ist für dich Heimat?

Oh das ist ganz schwierig zu sagen. Das ist echt schwer weil… eigentlich bin ich ein Familienmensch und eigentlich war Heimat immer Urlaub in Frankreich. Da hab ich mich wohlgefühlt, da wollt ich immer hin. Das war für mich immer Heimat. Und jetzt muss ich sagen… Wo ich so nen richtigen Freundeskreis gehabt hab, oder immer noch habe, fühl ich mich hier auch schon heimatlich. Kongo ist für mich ja irgendwie auch Heimat aber anders. Also eher so dass ich mich da hingezogen fühle und ich das kennenlernen will. Ich will wissen was das ist aber es ist jetzt nicht so das ich irgendwie komplett sagen würde Heimat. Aber Frankreich schon. Das ist für mich Heimat.

Heimat nicht daran gebunden dass ich da lebe. Das ist eher so ein Gefühl, so ein Zuhause.

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Was mich Mazedonien gelehrt hat…

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Die letzten zweite Monate habe ich aufgrund meines Studiums in Skopje, Mazedonien verbracht. Ich muss gestehen, meine erste Reaktion zu Mazedonien war: aha, und wo liegt das ?

Für alle unwissenden: über Griechenland, neben Albanien und Bulgarien, unter Kosovo und Serbien – ganz klar also ;)

Etwa ein Viertel der 2 Millionen Mazedonier leben in Skopje – so auch ich. Von deliziösem Essen, wundervollen Menschen, leckeren Weinen, prägenden Gesprächen und faszinierenden Orten bis hin zu der Bevölkerung, die es oft nicht leicht hat.

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Meine Couchsurfing-Hosts in Sofia, Bulgarien 

Nachdem ich meine erste Couchsurfing-Erfahrung in Haifa, Israel gemacht habe, stand fest: Immer wieder, bitte! Neben dem positiven Effekt eine Menge Geld zu sparen, bietet eine Couch noch so viel mehr: Einblick in das alltägliche Leben, spannende Gespräche, Insidertipps, landestypisches Essen (wenn ihr Glück habt ;), neue Blickwinkel sowie Sichtweisen und vielleicht auch neue Freunde.

Als ich nun sehr spontan beschlossen habe, übers Wochenende nach Sofia zu fahren, habe ich direkt einige Leute auf Couchsurfing angeschrieben. Nach drei Absagen kam dann eine Zusage, yeah! Eine Couch zum Übernachten bei einer Familie in Sofia – umsonst.

Was treibt Menschen dazu, fremde Reisende bei sich aufzunehmen?

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Frag eine Sportlerin: 5 Dinge, die einem das Sport machen erleichtern

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Man muss nicht immer bei einem 90-jährigen Extremsportler anfangen, um sich Motivation für die nächste Runde joggen im Park zu holen. Mit der eigenen Schwester starten tut es auch! ;)

So kann eine Fußballspielerin inspirierender sein als der Healthy-fit-Instagram Account, der durchgehend irgendwelche Proteinpancakes anpreist.

So, nun aber zur Sache. Oder eher zur Person. Anni spielt jetzt seit 12 Jahren Fußball und nicht selten frage ich mich – woher kommt die Motivation, 3 mal in der Woche auf dem Platz  zu stehen, nebenbei selber Kids zu trainieren und dann noch ein paar Runden zu joggen ?
Warum also nicht die fünf Tipps zusammenstellen – die Anni für sich entwickelt hat, um auch bei miesestem Wetter auf dem Platz zu stehen !

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Inspiration: The Danger of a Single Story

Während wir uns um den Blog Gedanken gemacht haben, bin ich auf dieses Video gestoßen. Es war eine riesige Inspiration als auch Motivation für den Blog.

Chimamanda Ngozi Adichie, Autorin und Feministin aus Nigeria spricht in ihrer Rede von der Gefahr einer einzelnen Geschichte. Dass man durch eine einzelne Geschichte nicht auf ein ganzes Land oder Menschengruppen schließen sollte.

Sie erzählt von ihrer amerikanischen Mitbewohnerin, die nur „eine“ Geschichte von Afrika kannte. So war sie verwundert, das Chimamanda fließend Englisch sprechen konnte und sie auf die Frage nach „Tribal-Musik“ Maria Carey auflegte. Ebenso verblüfft war sie, dass Chimamanda einen Ofen bedienen konnte. Sie hatte Mitleid mit Ihr, ohne sie zu kennen.

“The single story creates stereotypes, and the problem with stereotypes is not that they are untrue, but that they are incomplete. They make one story become the only story.” (Chimamanda Ngozi Adichie)

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